Vielleicht hätte ich das Bier in der Pause doch lieber nicht getrunken Es ist Februar, um genau zu sein Donnerstag morgen 5 Uhr in der Früh. Mein Wecker klingelt. Total verpennt steh ich auf, geh pinkeln, mach mir nen Kaffee und fahr meinen Mac hoch. Während ich total verschlafen an meiner Tasse nuckel und mir die erste Kippe in die Lungen hämmere, check ich wie fast jeden Morgen die Pegel im Schwarzwald. Irgendwas ist anders als sonst, denn  plötzlich bin ich hellwach.  Die Pegelseite blinkt wie ein Weihnachtsbaum. Hammer.... da geht einiges. Murg 225 cm, Dreisam 125 cm und die Elz 140 cm. Sofort check ich den Wetterbericht. Für den ganzen Tag ist Sonne und max. 15 Grad angesagt (Nur zur Erinnerung: Es ist Februar) Erst freu ich mich und dann........ scheisse ich muss jetzt erst mal arbeiten gehen, was für mich acht Stunden Intensivstation bedeutet. Ich kann nicht beschreiben wie schwer es mir fällt mich auf mein Rad zu setzen anstatt in mein Boot. Nun gut, nützt ja nix....also los. Die Arbeit reiss ich mehr schlecht als recht runter. Immer wieder check ich die Pegel, die langsamer fallen als ich es erwartet hätte. Um 14 Uhr hat die Elz immer noch gute 130 cm. Jetzt hält mich nichts mehr. Die Chefin hat grad ne Sitzung und ich mach mich mal ne halbe Stunde früher vom Acker. hehe. Kaum Zuhause angekommen schwing ich mich ans Telefon. Schnell mal den Basti Pöschl anrufen. Bei solchen spontanen Aktionen ist der meist nicht abgeneigt und so ist es. Er ist gerade unterwegs. Wohin?? An die Elz. 5 min später steht er vor meiner Haustür und weitere 20 min später stehen wir an der Elzwelle. Gut, hier kommen wir schon seit gut 6 Jahren hin. Jedoch hat sich die Stelle verändert. Uns fällt auf, dass sie bei diesem Wasserstand besser geworden ist. Noch vor ein paar Jahren sind wir hier nicht unter 160 cm aufgekreuzt und heute ist die Welle schon bei 130 cm gut geshaped. Umgezogen ist man schnell und dann nix wie ab auf den Bach. Warm fahren? Keine Zeit. Ein paar langsame Spins rechts und links tun es auch. Es ist eigentlich immer das gleiche, denn es entbrennt eine wilde Session in der jeder zeigt was er kann, wobei man sagen muss, dass es bei uns hier im Südwesten so ist, dass niemand auf die Tricks des Anderen neidisch ist. Habe mir sagen lassen, dass dies nicht alltäglich ist und deshalb sei es an dieser Stelle mal erwähnt. So ca. nach dem dritten Run fang ich an zu schwitzen. Klar, das hf -Teamrider-Cagndeck hält gut warm; aber es ist doch Februar. Hallo?? Das Smile in meinem Gesicht wird langsam so gross, dass ich ohne Ohren im Kreis grinsen würde und so hau ich mal ein paar fette Blunts in die Wellenschulter. Es ist so ein Tag an dem einem fast alles gelingt was man versucht. Die besten Blunts zeigt einmal mehr Basti Pöschl. Was an diesen beiden Bilder unschwer zu erkennen ist. Basti brezelt gleich mal nen Helix in die Welle und lässt dabei keine Zweifel an seiner Performance aufkommen. Hier kann man gerne mal den Winkel ansetzen, aber ich bin mir sicher.... das sind 90 Grad Nach ner guten Stunde brauch ich mal ne Pause. Erst als ich aussteige bemerke ich das uns sicherlich 20 bis 30 Passanten bei unserem Spiel mit der Welle zuschauen. Manche eher distanziert und die anderen wild fotografierend. Das ist ja schon fast wie am Eisbach!! Ich genehmige mir erst mal ein Bier das wir zuvor noch schnell an der Tanke eingekauft haben und geniesse die warme Sonne, die die ganze Zeit auf den Spot scheint. Schön warm ...... für Februar. So geht das ungefähr 3 Stunden weiter. Allmählich werden die Tricks langsamer und die Konzentration lässt nach. Der richtige Zeitpunkt um zum gepflegten Meilensurf  an zu setzen. Langsam verschwindet die Sonne hinterm Hochwasserdamm und man merkt das es noch recht früh im Jahr ist, denn es wird abrupt kalt....... ist ja auch erst Februar. Wir beenden unsere Session völlig erschöpft, ziehen uns schnell um und steuern geradewegs ins nächste McDonalds. Verdammt, was für ein Tag. Bilder: Marco Schlink und Basti Pöschl
Text:   Marco Schlink