Eigentlich liegt dieser Trip jetzt schon fast zweieinhalb Jahre zurück, aber erstens sind mir die Bilder zu schade, als dass sie in einem Archiv verrotten und zweitens war dieser Tag so schön, dass ich heute noch manchmal das Kribbeln in der Magengegend verspüre wenn ich daran denke.
Die Aussicht an unserem Pennplatz lässt erahnen, dass dies ein guter Tag werden sollte
Auch wenn Basti das in diesem Moment noch nicht so richtig wahr haben will
Da wir im vorangegangenen Sommer schonmal im franz. Jura unterwegs waren, um nach fahrbaren Wasserfällen zu suchen, dachten wir dass wir es doch eher nochmal mit Wasser auf em Bach versuchen sollten und so machten wir uns pünktlich zur Schneeschmelze Richtung Jura auf. Den ganzen Samstag verbrachten wir damit, von einem Bach zum nächsten zu fahren, aber richtig zum Boot fahren kamen wir leider nicht. Dementsprechend sank die Stimmung und wir suchten uns nen gemütlichen Pennplatz zum Schwenken (das ist grillen auf saarländisch) und spülten unseren Frust mit ein paar Biers herunter, als urplötzlich ein Auto mit 4 Booten um die Ecke gepogt kam. Wie sich herausstellte die „3 French Riders“. Sie fragen kurz, ob wir morgen auch diesen Bach hier paddeln wollten und weg waren sie. Wir schauten uns etwas verdutzt an und tranken noch ein zwei Biers, um dann im warmen Schlafsack zu verschwinden.
Martin Lang in der ersten schweren Stelle
Ich tue es ihm gleich und bin froh, dass ich durch bin
Am nächsten Morgen sind die Jungs überraschend pünktlich und wir stehen 30 min später am Einstieg der Saine. Ein wunderschöner Tag, die Sonne scheint und die 15 Grad Aussentemperatur lassen die Schneereste gar nicht mehr so kalt aussehen. Wir steigen ein und wenige hundert Meter später zwingt die erste schwere Stelle zum besichtigen. Sie ist schwer aber machbar. Silvain legt vor, dann Basti und Mäx. Bevor sich die Rädchen im meinem Hirn zu sehr drehen, setz ich mich ins Boot und hau mich auch runter. Sicher nicht perfekt, denn ich muss 2 mal rollen, aber umso glücklicher bin ich, unten zu sein
Nachdem ich mich mehr oder weniger die Stelle runtergerollt habe, entscheidet sich der Rest der Truppe, die Stelle zu tragen. Sah wohl recht spektakulär aus::)). Wir fahren um die nächste Ecke und gleich gehts weiter. Hier erwartet uns eine waschechte Zwangspassage mit der Option, diese in 2 Stunden Kraxelei zu umtragen. Will natürlich keiner und so gehts nach eingehender Besichtigung durch diese zwei doch recht rückläufigen Stufen.
Leider wegen der Bäume nicht fahrbar. Die Eingangsstufe zur eigentlichen Zwangspassage
Wer hier runter fährt sollte sich sicher sein, dass er die nächste Rücklaufstufe auch fahren will::))
Ab hier öffnet sich die Schlucht und die Stellen beissen nicht mehr so arg. Langweilig wird es jedoch nie. Es ist immer noch so, dass man ruhig besichtigen sollte. Was wir auch tun, obwohl der ortskundige Stephane scheinbar hier jeden Stein kennt. Generell ist es mega entspannt mit den drei Franzosen, die übrigens 2006 in der Rookie-Klasse am Rokata mächtig abgeräumt haben. Keiner stresst oder drängelt, so wie man es sich an einem solchen Tag halt eben wünscht.
Sieht nicht so krass aus, saugt aber wie ein 5000 Watt Staubsauger
Erwähnenswert ist sicherlich noch die letzte Stelle. Ca. 200 m lang geht es über Grundgesteinsrutschen im Norwegen-Style die Hecke runter. So sind wir, recht platt, nach ca. 4 Stunden auf em Bach in Syam am Ausstieg. Was für ein Tag. Hätte man uns das einen Abend vorher am Lagerfeuer erzählt, dass wir einen solchen Tag erleben werden.... keiner hätte es geglaubt.
Sylvain in der letzten Stelle vor dem Ausstieg in Syam
Wir trinken mit unseren „Gastgebern“ noch ein Bier und unterhalten uns noch ein wenig in der internationalen Zeichensprache, um dann zu einer Park`nHuck-Stelle der Extraklasse zu fahren. Ich winke schon auf der Autofahrt ab, denn ich spüre inzwischen  jeden einzelnen Knochen. Martin und Bastian haben aber noch Saft auf em Füller und so stehen wir 1 Stunde später vor der Source du Lison. Hier laufen ca. 50 m3 aus einer riesigen Grotte und fallen über einen Double Drop insgesamt ca. 12 m zu Tal. Martin und Basti fahren, ich filme. Mäx trifft perfekt, Bastian versenst die Linie und fühlt sich an seiner Ehre gepackt. Er trägt hoch um ein zweites mal zu fahren. Zunächst läuft alles nach Plan. Er trifft die Einfahrt perfekt.... doch dann... was macht er??? Er setzt einen Boofschlag und landet nach 8 Metern flach im Unterwasser. Der Aufprall ist so hart, dass er sich dabei die Nase bricht und  die Unterlippe fast durchbeisst. Zum Glück liegen noch überall Schneereste und so haben wir für die Fahrt genug Material um sein lädiertes Gesicht zu kühlen.
Da hat der Basti aber ordentlich in seinen Sühlrand gebissen
Gut, der Rest ist schnell erzählt. Es wird so langsam dunkel und wir treten die Heimreise an. Kaum sind wir los gefahren schlaf ich auch schon erschöpft ein und werde erst wieder zu Hause in Freiburg vor der Haustüre wach.
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